Spendenprojekt 2025
Nach Abzug der Unkosten konnten wir unserem diesjährigen Spendenprojekt "Zahnärztliche Hiflseinsätze" von Frau Dr. Kirsten Holst nun einen Betrag von
5696,00 €
zukommen lassen.
ZAHNÄRTZLICHE HILFSEINSÄTZE
Frau Dr. Kirsten Holst - Bühl
„Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ sagt Matthäus 25, 40.
Diese Worte begleiten mich auf meinem Weg und sind zu einem Antrieb für mein Wirken geworden. Es war schon immer mein Wunsch, benachteiligten und ärmeren Menschen im Ausland zu helfen. Als ich 2010 die Chance bekam, als Zahnärztin mit einem Team für drei Wochen auf die Philippinen zu fliegen, wurde dieser Wunsch zum ersten Mal Wirklichkeit.
Seitdem habe ich mehrmals im Jahr mit verschiedenen Teams aus unserer Gemeinde Projekte in Ländern wie Myanmar, Kambodscha, Uganda, Kenia, Haiti und sogar in Flüchtlingslagern im Libanon und Nordirak unterstützt. In diesen Einsätzen habe ich nicht nur mein Wissen als Zahnärztin eingebracht, sondern auch eine tiefere Verbindung zu Menschen hergestellt, denen oft grundlegende medizinische Versorgung verweigert wird.
Jeder Einsatz schärft mein Bewusstsein für die Herausforderungen, denen Menschen in diesen Ländern gegenüberstehen. Mit der Möglichkeit, auch Füllungen zu setzen, kann ich verhindern, dass jeder kariöse Zahn entfernt werden muss.
So tragen wir gemeinsam dazu bei, dass ein gesundes und kraftvolles Gebiss erhalten bleibt – ein wenig Hoffnung und Lebensqualität für diejenigen, die es am meisten brauchen.
Doch meine Mission endet nicht an den Grenzen unserer Länder. Auch in Deutschland gibt es Menschen, die sich keinen Zahnarzt leisten können. Deshalb entschloß ich mich 2017 meine Praxis vorzeitig abzugeben um mich, nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland um Menschen am Rande der Gesellschaft – wie Obdachlose, Prostituierte, Flüchtlinge und von Altersarmut betroffene Menschen zahnärztlich zu kümmern.
In vielen Fällen ist es eine einfache prothetische Versorgung, die entscheidend ist, um ihnen ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.
Über soziale Einrichtungen wie die „Pflasterstube“ in Offenburg , Wohnungslosenhilfe Rastatt, Kaffeekanne Kehl, Justice Project Karlsruhe für Prostituierte und Suppenküchen von christlichen Gemeinden finde ich den Zugang zu diesen Menschen. Oftmals ist der Weg zu ihnen nicht nur ein physischer, sondern auch ein emotionaler. Die Scham, die Unsicherheit und die Berührungsängste vieler Betroffener sind erste Hürden, die überwunden werden müssen.
Daher ist es mir wichtig, zu den Menschen zu fahren und sie in ihrem gewohnten, „sicheren“ Umfeld zu behandeln.
Es ist ein Privileg, diesen Menschen zu helfen, und ich bin dankbar für jede Gelegenheit, die mir geboten wird. Jeder Zahn, den ich behandeln kann, jeder Kontakt, den ich herstellen darf, lässt mich die Kraft dieser Worte spüren: „Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“
In jedem Lächeln, das ich zurückbekomme, finde ich den Antrieb weiterzumachen und nie zu vergessen, dass wir alle Teil dieser großen Menschheitsfamilie sind.